
Die neue Schule für Praktisch Bildbare liegt im Frankfurter Stadtteil Nied. Die Schule ist die Zweite ihrer Art im Stadtgebiet, hier sollen etwa 150 körper- und geistigbehinderte junge Menschen unterrichtet werden. Neben den besonderen funktionalen Anforderungen dieses Bautypus spielte vor allem der Wunsch nach einer Passivhausschule eine entscheidende Rolle bei der Konzeptfindung. Entstanden ist ein kompakter, dreigeschossiger Baukörper, der mit seinen drei Gebäudeflügeln, die Bildung klar strukturierter Innenräume und differenzierter Außenräume ermöglicht und auf die heterogene städtebauliche Situation reagiert. Der Schulhauskomplex wird durch ein Satteldach abgeschlossen. Im Dachraum befindet sich die Lüftungsanlage.

Die Eingangssituation zeigt sich offen und einladend für die Besucher und Nutzer. Als zentrales Element findet sich hier die dreigeschossige, lichtdurchflutete Eingangshalle als interner Orientierungs- und Verteilerpunkt. Sie verbindet die einzelnen Bereiche durch Sichtbeziehungen miteinander und ist als kommunikativer Raum die Mitte der Schule. Von hier aus gehen windmühlenartig die Zugänge zur Sporthalle, zum Therapiebereich sowie zum Ganztagsbereich ab. In den oberen Geschossen befinden sich die Unterrichtsräume.

Der in der Außenhaut farblich zurückhaltende Putz mit den immer wiederkehrenden gerahmten Fensterformaten erhält seinen Kontrast durch die farblich intensiveren Innenräume.
Die Erschließungsbereiche werden in jedem Geschoss mit einem anders farbigen Linoleumbelag ausgelegt und bekommen so eine eigene Atmosphäre. Auch die Zugangsnischen und Türen sind in diesem Farbton ausgeführt, so dass eine leichte Orientierung für die Nutzer sicher gestellt wird.

Die besonderen funktionalen Anforderungen dieses Bautypus zeigen sich vor allem auch anhand der großen Anzahl an Sanitär-, Therapie- und Wahrnehmungsräumen sowie einem Therapiebad, die das Unterrichtsangebot entsprechend ergänzen. Zusätzlich gibt es in jedem Klassenraum eine Küchenzeile, so dass alltägliche Arbeiten in den Unterricht einbezogen werden können und die Schüler eine gewisse Eigenständigkeit entwickeln können.

Standort:
Werner-Bockelmann-Straße 3
65934 Frankfurt a.M.-Nied

Bauherr:
Stadtschulamt
Seehofstraße 41
60594 Frankfurt am Main

Daten:
BGF: 8.500 qm
BRI: 37.500 cbm

Energiestandard: Passivhausstandard
Heizwärmebedarf nach PHPP: 15kWh/qma
Primärenergiebedarf: 120kWh/qma
Dämmstärken:
Außenwand: 300mm WDVS
Bodenplatte: 240mm
Dach: 400mm Zelluslosedämmung
Lüftungsanlage: 79% Wärmebereitstellungsgrad

Wettbewerb 2000 – 1.Preis
Baubeginn: März 2009
Fertigstellung: Juni 2011

Leistungsphasen:
LPH 2-9, Ausschreibung, Vergabe und Bauleitung von
Borgmann Architekten und Ingenieure GmbH durchgeführt

Mitarbeiter:
Dipl.-Ing. (FH) Architektin Julia David
Dipl.-Ing. Architekt Sebastian Papouschek
Dipl.-Ing. Architekt Guido Schwark

Fotos:
lumenphoto.de
Jörg Hempel, Aachen
Hausmann Architekten GmbH